Medienmitteilung: Frauen*streikkollektiv Zürich | 19. Januar 2019| Zürich

Women's March Zurich

// Das Frauen*streikkollektiv Zürich am Women’s March //

Wir sind das Frauen*streikkollektiv Zürich, bestehend aus über 230 Frauen*, das sich monatlich zur Vorbereitung des Frauen*streiks am 14.06.2019 trifft. Die Dringlichkeit  einer vertieften Auseinandersetzung mit Frauen* und Minderheitenanliegen verdeutlicht sich, wenn man bedenkt, dass Frauen* aus sehr unterschiedlichen politischen, professionellen und sozialen Kontexten sich gemeinsam organisieren. Die Zeit ist reif für eine neue fokussierte Auseinandersetzung mit der Frage, wie wir gegen Gewalt und Diskriminierungen in der Gesellschaft ankämpfen wollen. Deshalb unterstützen wir zukunftsweisende Träume, gemeinschaftliches Handeln, radikale Forderungen und öffentliche Abrechnungen mit der kapitalistisch-patriarchalen Ordnung. Wir wollen eine Veränderung, wir wollen eine Gesellschaft frei von Gewalt und Diskriminierung für alle!

// Diversität ist unsere Stärke //

Unser erster Schritt hin zu gemeinsamen Zielen und Forderungen ist, Diversität als Stärke zu erkennen und Solidarität über den eigenen Gartenzaun hinweg zu üben. Deshalb fordert Anna Scholl, NGO-Mitarbeiterin, “dass der Frauen*streik ein Startschuss breiter Mobilisierung gegen alle Formen von Diskriminierung in der Gesellschaft sein wird”. Nadja Greuter, Studentin, fügt hinzu, dass ein Frauen*streik ein politischer Streik sei, weil er Veränderungen der gesellschaftlichen Strukturen fordere. Von Frauen* geleistete, unbezahlte und bezahlte Care-Arbeit beträgt mehr als die Hälfte am erweiterten Bruttoinlandsprodukt und wird schlecht bis gar nicht entlohnt; die Wertschöpfung der Mahlzeitenzubereitung in Haushalten – würde dafür ein marktüblicher Lohn bezahlt – überstiege die Wertschöpfung des Finanzsektors. Nadia Kuhn, Schülerin, ergänzt, “dass dieselben Strukturen, in welchen Care-Arbeit nicht wertgeschätzt wird, mehrfache Diskriminierung migrantischer Frauen* befördern”. “Viele Frauen* können es sich nicht leisten, zu streiken, da sie im Stundenlohn angestellt sind und ein Streik für sie und ihre Familie ein schmerzhafter finanzieller Einschnitt wäre”, fügt Sereina Germann, Elektroingenieurin, hinzu. Aus diesen und vielen weiteren Gründen, sagt Salome Embreus-Schaerer, Sozialanthropologin, “ rufen wir heute auf zu Solidarität mit allen, die Gewalt und Diskriminierung in ihrem Alltag erfahren und tragen den nationalen den Frauen*streikaufruf für den 14. Juni 2019 in Solidarität mit den unzähligen progressiven Frauen*bewegungen weltweit durch die Strassen von Zürich”.

// Schweigend hinnehmen gehört nicht mehr zu unseren Charaktereigenschaften //

Gemeinsam machen wir heute sichtbar, dass Gewalt in allen sozialen Schichten und für Frauen* jeglicher Herkunft eine Realität bedeutet; dass sexistische Erniedrigung für Frauen* alltäglich ist; dass Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in unseren Gesellschaften toleriert werden; dass Diskriminierung von queeren Menschen unbeachtet bleibt; dass Sorgearbeit und ehrenamtliche Arbeit ungleich verteilt sind; dass Zeit und Arbeit entlang unhinterfragter, binärer Geschlechternormen ungleich gewichtet und entlöhnt werden; dass Armut  den Leistungs- und Produktionsstrukturen inhärent ist; dass die Hetze gegen und die Illegalisierung von Geflüchteten deren Ausbeutung begünstigt; dass die Kriminalisierung von Solidarität mit Geflüchteten unsere Gesellschaft entsolidarisiert; und dass die gegenwärtige Klimapolitik die Zukunft kommender Generationen gefährdet.

Diesen Status Quo machen wir sichtbar! Diesen Status Quo nehmen wir nicht hin! Gegen diesen Status Quo stehe wir auf und nehmen Räume ein, besetzen Plätze und Strassen, legen die Arbeit nieder und verweigern die uns zugewiesenen Pflichten. Wir streiken am 14.06.2019! Wir produzieren Lücken im System, Leerstellen im Gewebe der Gemeinschaft, Laufmaschen in der Produktion und Reproduktion von Gütern und Gesellschaft, und Löcher im Machtgefüge der etablierten Hierarchien!

// Mitmachen //

Organisieren wir uns für den Frauen*streik am 14. Juni 2019 und darüber hinaus! Alle Frauen* sind herzlich eingeladen, sich dem Frauen*streikkollektiv anzuschliessen und mitzuarbeiten. Interessiert? Schreib eine Mail an frauenstreikenzh@gmail.com.

// Forderungen //

APPELL & MANIFEST — APPEL & MANIFESTE — APPELLO & MANIFESTO

// Kontakt //

Medienverantwortung Frauen*streikkollektiv Zürich

Salome Embreus-Schaerer

E-Mail: frauenstreikenzh@gmail.com

Tel: 078 713 32 96