Geldstrafen für politischen Aktivismus an der Universität? Das Hochschulkollektiv wehrt sich.

Am 25. Mai will der Unirat eine Änderung der Disziplinarordnung absegnen: Neu könnte jede Störung des universitären Betriebs mit Geldstrafen von bis zu 5000 Franken sanktioniert werden. Die Revision wird genau ein Jahr nach dem feministischen Streik und vermehrtem politischen Aktivismus an der UZH durchgeboxt. Ein Zufall? We think not.

Die Unileitung behauptet, die Motivation dafür sei, Plagiatsfälle schärfer zu bestrafen – doch dann soll der Fokus gefälligst explizit darauf liegen. Unter der jetzigen Formulierung würden unter dem Deckmantel der Plagiatsbestrafung jegliche Formen politischer Intervention – von der Dekoration der Uni mit Transpis bis hin zu feministischen Ausstellungen im Lichthof – plötzlich krass sanktioniert werden. So würden Studierende eingeschüchtert und in ihrem politischen Handeln eingeschränkt.

Mit dieser Revision würde die Uni Zürich repressionstechnisch zur Vorreiterin: Nur zwei weitere Schweizer Unis bestrafen mit Bussen und die Geldstrafen sind im Vergleich unglaublich gering. Die geforderte maximale Geldleistung von 5000 Franken ist absurd. Auch Ersatzleistungen in Form von 40 Stunden «gemeinnütziger Arbeit» sind für Studierende, die nebenher noch Lohnarbeit verrichten müssen, untragbar. Es wird klar: Am meisten trifft die Repression, wer nicht über das Privileg verfügt, vermögend zu sein.

Weiter soll die Entscheidungsmacht von der 6-köpfigen «Disziplinarkommission» zur einer einzelnen Person, dem Unianwalt, verschoben werden. Dass eine Person alle Delikte der Disziplinarordnung mit irrsinnig hohen und diskriminierenden Sanktionen ahnden kann, ist untragbar.

Wehren wir uns gegen diesen Versuch, den bitternötigen politischen Diskurs an der Uni zu unterbinden! Ruf am Dienstag 19. Mai auf dem Büro der Bildungsdirektorin Silvia Steiner (043 259 23 02) an oder schreib ein Mail via Kontaktformular: