Streikformen

Am 14. Juni werden wir alle bezahlte und unbezahlte Arbeit niederlegen.

Streik am Arbeitsplatz

Verschiedene grössere Arbeitgeber*innen (SBB, Stadt Zürich, CS etc.) haben sich inzwischen bereit erklärt, dass ihre weiblichen Angestellten am 14. Juni freinehmen können. Das gibt dem Streik zwar eine gewisse Aufmerksamkeit, aber „frei nehmen“ ist nicht eigentlich streiken.

Gewerkschaften und selbstorganisierte berufliche Gruppen haben inzwischen viele Überlegungen zusammengstellt, wie sich frau am Arbeitsplatz organisieren und streiken kann. Die Formen sind vielfältig. Das wichtigste vorneweg ist die Vernetzung mit euren Arbeitskolleginnen*, ein Streik ist immer eine kollektive Aktion.

Eine gute Sammlung von Streikformen- und Aktionen hat der VPOD zusammengestellt:
Frauen*streik – Was tun?

Eine kreative Sammlung hat auch der SGB zusammengstellt:
Aktionsideen

Die deutsche Webseite frauenstreik.org hat auch eine Zusammenstellung von Streikformen im Betrieb veröffentlicht (nicht ganz alles ist auf den Schweizer Kontext übertragbar):
Aktionsformen im Betrieb

Tipps & Tricks

Besonders gelungen finden wir diese Zusammenstellung der Kriso, welche wir hier wiedergeben:

Betriebliche Organisierung von Frauen* ist wichtig:

  • weil sie Kräfte und Mut freisetzen kann und Solidarität vermittelt.
  • weil sie Sichtbarkeit schafft und so Druck gegen bestehende Strukturen erzeugt werden kann.

Mach dir vorgängig Gedanken zu:

  • BETRIEB: (Hierarchische) Strukturen, Einbettung, Abhängigkeiten, Leitungspersonen, grundsätzliche Haltung gegenüber Thema, bestehendes Vorwissen, Sensibilisierung für feministische Themen
  • TEAM: Wen spreche ich wann/wie an? (Gruppengrösse, Zusammensetzung, Setting, Zeitpunkt)
  • Welche Forderungen/Ziele haben wir im Betrieb?
    Wie gehen wir zusammen vor? Zeitliches/methodisches/ formelles und/oder informelles Vorgehen

Tipps und Tricks für Aktionen im Vorfeld:

  • Kleine Zeichen im Betrieb setzen
    (z.B. Flyer auflegen, ein Traktandum zu Geschlechterrollen an der Teamsitzung, wöchentlicher Input zu frauen*spezifischen Themen)
  • Mailsignatur ändern (z.B. «Am 14. Juni ist nationaler Frauen*streik – wir fordern bedingungslose Gleichstellung der Frau* auch in unserem Arbeitsbereich»)
  • Immer freitags T-Shirt mit Aufdruck / Message tragen als Erkennungszeichen
    (z.B. rote Kleidung, Symbole des Frauen*streiks)
  • Transparent aufhängen
    (mit Forderung, Spruch, Message)
  • Betriebs- und bereichsübergreifende Arbeitsplanung für den 14. Juni: Nur Männer* arbeiten, Frauen* bleiben fern
  • Verkürzte Arbeitszeit am Streiktag einfordern: Frauen* haben bis zu 20% weniger Lohn als Männer*.
    Eine mögliche Forderung: 20% der Arbeitszeit am Streiktag angerechnet bekommen, oder den Arbeitstag um 20 % verkürzen

Tipps und Tricks für die Organisierung…:
Vom Kleinen ins Grosse – an der Basis beginnen und die Anliegen von da weitertragen:

  • Infomaterial/Zeitungsartikel in Teamküche auflegen
  • Informelle Pausengespräche nutzen
  • in Teamsitzung ansprechen
  • T-Shirt/Buttons/ mit Frauen*streik-Aufdruck tragen/ verschenken
  • Personalkommission anschreiben/einbeziehen
  • Forderungen+ mit Gespräch oder Brief
    (unterzeichnet/anonym) bei der Leitung anbringen
  • Betriebsübergreifende Mobilisierung und Unterstützung
  • Bei Widerstand von Vorgesetzten: Sich in der Gruppe unterstützen, Solidarität sichtbar machen, Anonymisierung, Begleitung bei schwierigen Gesprächen. Fragen? Wendet euch an den vpod

… und Forderungen im Betrieb:

  • Öffentlichkeitswirksame innerbetriebliche Aktionen zulassen
  • Die streikbedingte Abwesenheit wird als Arbeitszeit gutgeschrieben

Tipps und Tricks für Aktionen am Streiktag:

  • Der Arbeit fernbleiben (gefragt/ungefragt)
    • Etwas Symbolisches hinterlassen, um die Personen im Betrieb auf den Frauen*streik aufmerksam zu machen (z.B. Birkenstock auf den Stuhl
    • Trotzdem in den Betrieb gehen und kleine Aktionen veranstalten (z.B. Buttons verteilen)
    • Zusammen mit Teamkolleginnen* zur Demo gehen (Treffpunkt im Betrieb)
  • Mailbox für Frauen*streiktag besprechen:
    «Heute ist Frauen*streiktag…»
  • Abwesenheitsmeldung Email einrichten:
    «Bin am Frauen*streik».
  • Telefon direkt zu Männern* umleiten
    Männer* erklären unsere Abwesenheit mit dem Streik)
  • «Streiken» während dem Dienst: bummeln

Streik zuhause oder im Quartier

Frauen erledigen den grossen Teil der unbezahlten Haus- und Sorgearbeit. Ein Frauen*streik ist darum nicht ein klassischer Arbeitstreik, sondern geht darum hinaus: ein Frauen*streik findet auch Zuhause und auf dem Spielplatz statt. Unter folgenden Links findet ihr Ideen, wie unbezahlte Arbeit bestreikt werden kann.

VPOD-Zusammenstellung
Frauen*streik – Was tun? (siehe Seite 2)

Zusammenstellung von frauenstreik.org:
Unbezahlte Arbeit bestreiken