Ni Una Menos

Die Gruppe Ni Una Menos (Nicht Eine Weniger) des feministischen / Frauen* Streikkollektivs kämpft vielfältig gegen Feminizide:

Wir zeigen feministische Solidarität auf dem Ni-una-menos-Platz:
Alle zwei Wochen wird in der Schweiz eine Frau* von ihre (Ex)Partner getötet.
Jede Woche überlebt eine Frau* einen Mordversuch. Diese alltägliche Gewaltakte werden allzu häufig unter den Teppich gekehrt und als tragische Einzelfälle dargestellt. Dabei handelt es sich um strukturelle Gewalt, deren Ausgangspunkt in den patriarchalen Machtverhältnissen liegt und ihren grausamen Ausdruck in den Feminiziden findet. – den Morden an Frauen* und Inter*, non-binary* und Trans* Menschen (FLINT*).
Wir schweigen nicht, wir gehen auf die Strasse: für die, die nicht mehr mit uns sind und für ein freies und selbstbestimmtes Leben für alle.
Nach jedem Feminizid in der Schweiz versammeln wir uns am darauffolgenden Donnerstag um 19 Uhr auf dem Ni-una-menos-Platz (Helvetiaplatz) in Zürich.
Gemeinsam protestieren wir gegen die sexistische und tödliche Gewalt.

Damit schliessen wir uns den internationalen feministischen Protesten gegen patriarchal Gewalt an, die insbesondere in Lateinamerika in den letzten Jahren wieder erstarkten: Im Juni 2015 tragen in Argentinien nach einem grausamen Feminizid an der schwangeren 14-jährigen Chiara Paez tausende Frauen und FLINT* (Frauen*, Lesben*, Inter*, non-binary*, Trans* Menschen).

Was heisst Feminizid?
Patriarchale Gewalt heisst nicht «häusliche Gewalt», «Beziehungsdelikt» oder «Familiendrama».
Mit dem Wort Feminizid benennen wir, was die Statistiken, das Justizsystem oder die allermeisten Medienberichte verschweigen. Medien machen sich einer patriarchalen Komplizenschaft schuldig, wenn sie von «häuslicher Gewalt», einem «Beziehungsdelikt» oder einem «Familiendrama», statt von einem Feminizid sprechen. Denn diese Begriffe sind nicht nur verharmlosend, sondern implizieren meist auch Mitschuld der ermordeten Personen («ein Streit ging voraus», etc.) Diese gefährliche Ignoranz offenbart die patriarchale Haltung und (re)produziert die herrschenden Gewaltverhältnisse. Hingegen wird öfters das Wort «Frauenmord» verwendet, wenn dieser von einer migrantischen Person verübt wurde oder im Ausland geschah. Hier zeigt sich deutlich eine rassistische Schlagseite in der Bericherstattung.
Gleichgültigkeit gegenüber der Ermordung von Frauen* und FLINT* zeigen sich ausserdem daran, dass es in der Schweiz bislang keine Statistiken gibt, die das Ausmass der Feminizide abbilden. Und auch die Ursachen von Gewalt gegen FLINT* wird kaum erforscht.

Stopp Feminizide! Stopp patriarchale Gewalt! 
Auf den Strassen wollen wir uns treffen, frei, autonom, kritisch und solidarisch: glücklich und wütend.

Ni und menos: Vivas nos queremos! – Nicht eine weniger: Wir wollen uns lebend!

Kontakt: niunamenos@streikhaus.ch

Die NiUnaMenos-Gruppe hat solidarische und anonyme Hilfe auf einem Flyer aufgelistet. Dieser Flyer kann in Hauseingängen verteilt werden:
https://frauenstreikzuerich.ch/2020/03/23/solidarische-und-anonyme-hilfe/